Bruchsal

Die Bahnstadtunterführung

Schön ist sie geworden, die neue Unterführung zwischen Bahnhof und Bahnstadt. Wie man an den Bildern unten sehen kann, ist es tatsächlich so, dass der gesamte Bereich sehr großzügig gestaltet und sehr hell ausgeleuchtet ist. Wenn also eine Unterführung, dann bitte eine wie diese.

Interessant finde ich jedoch, dass man in Zeiten klammer kommunaler Kassen dann aber doch so entspannt über die Bausumme von 13,5 Millionen Euro redet.

Schon fast sinnbildlich für diese Thematik ist, dass auf der gleichen Seite in der BRUCHSALER RUNDSCHAU, auf welcher über die Eröffnung der Unterführung berichtet wurde, ein Artikel zu lesen ist,  der die Erhöhung der Friedhofsgebühren in Bruchsal zur Thematik hatte.

Hier werden großteils Gebühren erhöht, zulasten des Bürgers versteht sich, während auf der anderen Seite mal so 13,5 Millionen einfach hingenommen werden.

Da aber alle sterben müssen, ist das ja kein Problem, es bleibt einem nichts anderes übrig. Außer eben dann die gezeigten Alternativen, die zum Teil die günstige, aber vielleicht würdelose Bestattung Verstorbener ermöglichen. Dass eine Kommune sich hier nicht bürgerfreundlicher aufstellt, ist für mich komplett unverständlich. Aber das ist ein anderes Thema, das zu  gegebener Zeit gesondert zu diskutieren ist.

Kommen wir zurück zur Unterführung bei der Bahnstadt:

Dass das Land Baden-Württemberg tatsächlich 3,5 Millionen Euro  bei den Baukosten zuschießt, ist zwar im Verhältnis zu den Gesamtkosten an sich jämmerlich, aber immerhin wenigstens etwas.

Was die Deutsche Bahn AG hier jedoch abliefert, spottet jeglicher Beschreibung. Das ehemalige Staatsunternehmen, dessen Mehrheitseigner noch immer der Bund ist, weigert sich, sich an einer solch maßgeblichen Infrastrukturmaßnahme finanziell zu beteiligen. Und das im direkten Umfeld eines eigenen Bahnhofs.

Eine Redakteurin der BRUCHSALER RUNDSCHAU betitelte dieses Verhalten als schäbig, ich würde noch arrogant, überheblich, und rücksichtslos als Attribute hinzufügen. Denn immerhin sind es die Gleise der Deutschen Bahn, die unsere Stadt in zwei Teile schneiden. Die daraus resultieren Probleme sind uns allen bekannt, nicht zuletzt wegen der Querung bei der Holzindustrie oder der Büchenauer Brücke.

Also entweder ist die Deutsche Bahn besonders dreist, oder aber man hat als Kommune nicht wirklich optimal verhandelt.

Wie auch immer das sein mag, es ist eine Riesenfrechheit, dass am Ende die Bürger Bruchsals wesentlichen die Lasten des Projekts tragen müssen.

Es bleibt abzuwarten, wer am Ende die Kosten für die Neugestaltung des Bereichs um den Bahnhof zu tragen hat.

Ich gehe mal davon aus, dass unsere Stadtverwaltung schon jetzt der Deutschen Bahn gegenüber signalisiert hat, dass eine finanzielle Beteiligung der Stadt Bruchsal hier nicht in Betracht kommt. Das ist ja schließlich der Bahnhof der Deutschen Bahn, oder?

Zu guter letzt habe ich mir bei der Begehung der Örtlichkeit die Frage gestellt, wie lange es wohl dauern wird, bis die schönen weißen Wände nicht mehr schön weiß sind. Es dürfte nicht allzu lange auf sich warten lassen, bis die ersten Vollpfosten wieder ihre Spraydosen auspacken und mit diesen oder irgendwelchen Buntstiften die Wände verschmieren in der Meinung, dies sei etwas, was zur Urbanität unserer Stadt beiträgt.

Unter anderem deshalb habe ich mir die Frage gestellt, warum es denn in dieser Unterführung keine Kameras gibt. Diese wären nicht nur ein erheblicher Zugewinn an Sicherheit für die Nutzer, sondern auch ganz sicher ein Mittel, die unsäglichen Schmierereien zu verhindern. Es sei an die Vorfälle an einem Bahnhof in Bayern erinnert, wo am Ende nur durch die Überwachungskameras die Täter eines Tötungsdeliktes gefasst werden konnten.

Und ja, es gibt sicher wieder welche, die mit diesen Kameras Probleme hätten. Für diese Leute gibt es ja dann aber die Alternative Siemensunterführung oder eben die Brücke über die B 35.

Es wird niemand gezwungen, diese Unterführung zu nutzen, sollten solche Kameras seine/ihre Freiheit einschränken. Ich bin sicherlich nicht alleine, wenn ich sage, dass ich als Steuerzahler nicht bereit bin, immer und immer wieder die Kosten dafür zu tragen, dass irgendwelche Leute öffentliches Eigentum beschädigen und Teile unserer Stadt in Ghettomanier verunstalten.

Daher plädiere ich für die Anbringung von dem Stand der Technik entsprechender Überwachungstechnik in diesem Bereich, vorrangig zum Schutz der Nutzer, aber auch zum Schutz vor sinnloser Beschädigung.

Ansonsten lassen Sie uns einfach in einem Jahr die gleichen Fotos machen und die Ergebnisse vergleichen. Heute sind nur das eine weggeworfene Imbisspapier und ein paar Kippen auf dem Boden zu sehen, ob es dabei bleiben wird?

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