Bruchsal, Bruchsaler Geschichten

Der Herr Kretz, Polsterer und Tapezierer

Der Herr Kretz konnte zwar keine Gemüter, aber alte Opa-Lehnstühle und alte Oma-Sofas auffrischen, denn er war Polsterer und Tapezierer.

Er selbst war gar nicht gut gepolstert, denn seine große hagere Gestalt erinnerte an den Münchner Karl Valentin. Sein Gesicht ähnelte eher dem Bajuwaren Beppo Brehm, nur hatte der ältere Herr Kretz ein dottergelbes Riesengebiss, das beim Sprechen hin- und herschaukelte. Ich stand als kleines Mädchen wie gebannt in der winzigen Werkstatt und sah dem Mann mit den Tellerhänden beim Reden zu.

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Zwei Geschichten von Barbara Mitteis

Heute haben wir zwei Geschichten aus dem großen Fundus von Frau Mitteis herausgesucht. Zuerst die etwas traurige Geschichte von der Schwester Bonaventura vom Sancta Maria und danach die lustigere Geschichte von der Bierwirtschaft Krenzle und dem Herrn Pilz. Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere Leser an Schwester Bonaventura, die Eheleute Krenzle und den Herrn Pilz?

Schwester Bonaventura

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Die Frau H.

Die Frau H. beherbergte weder Herr noch Mann, weil sie eine anständige Kriegerwitwe war. Sie bewohnte uns gegenüber eine Dachwohnung und war nicht viel freundlicher als Frau Freund.

Für uns Kinder war es eine große Umstellung von der schönen Villa mit Garten und von den lieben Schweikerts Abschied genommen zu haben, um unter dem Dachjuche eng zusammen zu leben.

Es war aber nur eine Übergangswohnung und die drei Jahre verschwanden im Nichts.

Das Haus wurde damals rasch auf Trümmerresten wieder aufgebaut und seine Wände waren so hellhörig, dass man erkältete Flöhe husten hören konnte. Die angrenzenden Häuser waren keine mehr, denn aus traurigen Ruinenresten rankten sich Winden und Brennnesseln. In der Notstandszeit dachte kein Mensch an den gesunden Brennnesseltee, und die Leute wollten lieber den ungesunden Bohnenkaffee trinken.

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Der Bäcker Gutfleisch

Auch’s waren zwei Schwestern und sie führten einen Tratschladen. Das eine Fräulein Auch war sehr hager, hatte eine Brille auf der Nase und ein winziges Haarknötchen im Nacken. Für kleine Kinder hatte sie meist nur ein süßes Lächeln übrig und nur alle halbe Jahr suchte sie in einer Schublade nach einem Stückchen Bruchschokolade. Ihre Schwester war kugelrund, trug eine Haarkrone und eine dunkelblaue Blümchenschürze. Ich mochte sie mehr, weil sie nach dem Geldherausgeben den Bonbonglasdeckel hob.

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Die Sailermädchen

Bild: Pixelio

Herr Sailer hatte nichts mit Seilen und Stricken zu tun, denn es war ein rechtschaffener Bahnbeamter, der mit seiner Familie in die Wohnung der Frau Tatra einzog.

Herr Sailer grüßte immer freundlich, und seine zwetschgenblaue Uniform und seine rote Dienstmütze gefielen mir ganz ungemein. Wenn er zivil daherkam, war er gar nicht mehr so ungemein interessant.

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Der Schuhmacher Rübenacker

An dieser Stelle nun eine weitere Geschichte unserer Dokumentation über Bruchsaler Originale.

Josef (Seppl) Rübenacker kenne ich selbst noch aus meiner Kindheit, auch ich trug Schuhe zur Reparatur in seine Werkstatt in der Augartenstrasse. Wer ihn und seine Frau kannte, wird sicherlich den folgenden Beitrag von Frau Mitteis mit Freude lesen:

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